Wie fragt man nach dem Prädikat? Grammatik-Tipp

Du sitzt vielleicht gerade vor einem deutschen Satz und denkst dir: „Okay… aber was genau ist hier eigentlich das Prädikat?“ – und vor allem: „Wie finde ich das heraus, ohne gleich ins nächste Grammatikbuch zu versinken?“ Genau darum geht’s heute. Ich zeige dir einen einfachen Weg, wie du das Prädikat in einem Satz erkennst – und vor allem, wie du clever danach fragst. Ohne Fachchinesisch, aber mit klarem Blick. 😉

Was ist das Prädikat eigentlich nochmal?

Bevor wir fragen, müssen wir wissen, wonach wir suchen. Das Prädikat ist das Herzstück eines Satzes. Es sagt dir, was passiert, was jemand tut, fühlt oder erlebt. Meistens ist es das Verb – also so etwas wie „geht“, „lacht“, „wird eingeladen“ oder „hat gegessen“. Klingt simpel? In vielen Fällen ist es das auch. Aber dann kommt die deutsche Sprache mit ihren kleinen Gemeinheiten um die Ecke, wie zusammengesetzten Verben, Modalverben oder Trennbaren.

Ein typischer Satz:
„Der Hund läuft durch den Park.“
Was passiert? – läuft. Das ist das Prädikat.

Aber es wird spannender:
„Der Hund hat durch den Park laufen müssen.“
Was ist hier das Prädikat? Alles zusammen: hat laufen müssen. Uff, oder?

Wie fragt man nach dem Prädikat?

Jetzt kommen wir zur eigentlichen Frage: Wie fragt man nach dem Prädikat?
Ganz einfach gesagt: Du fragst, was im Satz passiert oder getan wird.

Dabei stellst du dir im Kopf eine Kontrollfrage:
„Was tut das Subjekt?“ oder noch klarer: „Was geschieht?“

Ein paar Beispiele zur Veranschaulichung:

BeispielsatzFragePrädikat
Der Junge rennt.Was tut der Junge?rennt
Sie hat ein Eis gegessen.Was hat sie getan?hat gegessen
Wir werden morgen eingeladen.Was geschieht mit uns?werden eingeladen

Klingt easy? Ist es auch – meistens. Doch es hilft, diese Technik mit echten Beispielen zu üben, denn manchmal versteckt sich das Prädikat ganz schön gut im Satz.

Ein Trick für verwirrende Sätze

Wenn du einen langen Satz hast, bei dem du dich fragst: „Wo ist denn hier das Prädikat?“, dann schau einfach mal nach den Verben – vor allem nach Hilfsverben wie „haben“, „sein“, „werden“ oder Modalverben wie „dürfen“, „müssen“, „können“.

Beispiel:
„Die Kinder hätten draußen spielen dürfen.“
Was ist das Prädikat? Alles zusammen: hätten spielen dürfen. Es ist nicht nur ein Wort, sondern oft eine Gruppe.

➡️ Mein Tipp: Lies den Satz laut vor. Oft hörst du beim Sprechen, wo „die Musik spielt“, also was wirklich passiert. Du merkst schnell: „Ah, das ist der Teil, um den sich alles dreht.“

Warum das Ganze überhaupt wissen?

Gute Frage! Denn: Wenn du weißt, wie man nach dem Prädikat fragt, kannst du nicht nur Sätze besser analysieren, sondern auch selbst sicherer schreiben und sprechen. Du erkennst Satzstrukturen schneller, vermeidest Fehler in der Satzstellung und kannst sogar beim Korrigieren gezielter hinschauen.

Viele Lernende – auch Muttersprachler übrigens – stolpern bei Nebensätzen oder Passivsätzen, weil das Prädikat plötzlich ganz woanders steht. Und hier kommt deine neue Superkraft ins Spiel: Wenn du weißt, wie man nach dem Prädikat fragt, findest du es trotzdem – egal wie versteckt es ist.

Häufige Stolperfallen und wie du sie vermeidest

Es gibt ein paar typische Fallstricke, die beim Thema Prädikat immer wieder auftauchen. Hier ein kleiner Überblick:

  • Trennbare Verben: „Er steht früh auf.“ → Prädikat: steht auf
  • Perfekt/Plusquamperfekt: „Sie hat das Buch gelesen.“ → Prädikat: hat gelesen
  • Modalverben: „Wir müssen gehen.“ → Prädikat: müssen gehen
  • Passiv: „Die Tür wurde geöffnet.“ → Prädikat: wurde geöffnet

Also: Wenn du mehrere Verben im Satz findest, überlege, ob sie zusammengehören. Meistens ist das der Fall. Das Prädikat besteht dann aus mehreren Teilen – und alle gehören zusammen wie ein eingespieltes Team.

Ein kleiner Selbsttest?

Na gut, du bist dran! 😄
Versuch mal, in diesen Sätzen das Prädikat zu finden – und stell dir dafür die passende Frage:

  1. Die Katze hatte sich versteckt.
  2. Ihr sollt das Formular ausfüllen.
  3. Der Kuchen wurde gegessen.

Na, hast du’s?
Richtig wäre:

  1. hatte sich versteckt
  2. sollt ausfüllen
  3. wurde gegessen

Und was war die Frage, mit der du das herausgefunden hast? Genau: „Was ist passiert?“ oder „Was hat das Subjekt getan?“

Fazit: Übung macht den Satz-Meister

Jetzt mal ehrlich – wenn man einmal verstanden hat, wie man nach dem Prädikat fragt, wirkt die deutsche Grammatik gar nicht mehr so wild. Wichtig ist: Nicht verzweifeln, wenn es mal hakt. Jeder, der mit der Sprache zu tun hat, hat sich irgendwann diese Frage gestellt. Und du hast jetzt einen klaren Fahrplan, wie du sie beantworten kannst.

Vielleicht ertappst du dich beim nächsten Mal sogar dabei, wie du innerlich die Frage flüsterst: „Was tut das Subjekt?“ – und zack, da ist es: das Prädikat. 😄

Und wenn du beim nächsten Grammatiktest glänzen willst oder deinen Schülern/Kindern/Freunden mal ganz locker zeigen möchtest, wie das mit dem Prädikat läuft, dann weißt du ja jetzt Bescheid.

Bleib neugierig – und stell weiter die richtigen Fragen! 😉

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